Freitag, 6. August 2010
Alles mokiert sich immer lautstarker bzw. öffentlichkeitswirksamer über das undichte Dach im Strafjustizzentrum. Ist ja auch schon ein Witz, wenn nach sechs Jahren die Hütte notorisch eingenässt wird, wenn draußen der Regen fällt. 2 Mios an Steuergeldern werden jetzt für die Sanierung aufgewendet, den Betrag will man dann zivilrechtlich beim Würzburger Hersteller einklagen. Ob das so passieren wird? Ich glaub's eher nicht. Die Eimerchen und Wännchen werden uns in dem Glaspalast wohl noch ne Weile begleiten.
Donnerstag, 29. Juli 2010: Jetzt kommt er also doch raus, der Wetterfrosch...
RTL hält seit über einer Stunde auf ein grünes Gefängnistor drauf und wartet, dass Deutschlands derzeit bekanntester Untersuchungshäftling entlassen wird. Wetterfrosch Jörg Kachelmann kommt also nach fast vier Monaten U-Haft raus. Das boulevardisierte Publikum fragt sich freilich immer noch: hat er die blonde Radiomoderateuse - eine seiner etwa fünf Gleichzeitiglebensgefährtinnen - jetzt vergewaltigt oder nicht? Oder ist es doch "nur" die Rache einer tief verletzten Frau, die feststellen muß: Hoppla, der Typ hat ja außer mir noch weitere Geliebte? Egal wie, das Ansehen aller Beteiligter ist zutiefst beschädigt. Deutschlands Wetterfrosch Nr. 1 steht als Leichtfuß und Liebhaber gewisser sexueller Praktiken in der Öffentlichkeit da. Das Opfer wird in seiner Glaubwürdigkeit angezweifelt. Auf den Prozeß im September, so er denn kommt, darf man gespannt sein. Die Auflage der Zeitung mit den vier großen Buchstaben für diese Zeit dürfte steigen...
Donnerstag, 24. Juni 2010
Nun ist er also wahr geworden, der Alptraum eines jeden stramm National-Konservativen: eine deutsche Nationalmannschaft, zur Hälfte bestehend aus Migrantenkinder, und ein türkisch-stämmiger junger Mann schießt "uns" ins Achtelfinale. Ich find's geil. Willkommen in der Realität! Bleibt nur zu hoffen, dass uns dieselbige am Sonntag nicht einholt gegen England...
Mittwoch, 23. Juni 2010
Ich bin ja kein ausgemachter Fußball-Fan. Was viele Zeitgenossen, die mich kennen, immer noch nicht verstehen. Mir erschließen sich einfach die überquellenden Emotionen der so beliebten Ballsportarten nicht. Rumgröhlen, ausflippen, Fähnchen schwenken, in Plastikinstrumente röhren wie ein Bär während der Brunft - alles nix meins. Sei's drum: ich gönne der deutschen Mannschaft einen Sieg heute abend. Schon mal allein aus rein wirtschaftlichen Gründen. Stelle man sich mal vor, die würden ausscheiden! Eine noch miesere Stimmung würde sich über unser ohnehin immer griesgrämig werdenderes Land legen. Kneipen machen keinen Mehrumsatz, Public Viewings müßten schließen, und der dort beschäftigte 400 €-Basis-Jobber wäre seinen sechs-Wochen-Job los. Schlimm das. Also: auf geht's, Jungs!